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Telefonverzeichnisse und Datenschutz
Gelbe Seiten und Telefonbücher? Die gibt’s doch überall!
Bald nicht mehr, dann gilt die neue Datenschutzrichtlinie! Name, Telefonnummer und Adresse dürfen dann nicht mehr ohne aktive vorherige
Zustimmung jedes Einzelnen erscheinen. Art. 12.2 des Richtlinienentwurfes wird
einen großen Teil der Daten verschwinden lassen. Die Erfahrung mit dem "Opt-In"-System
und Marktstudien zeigen, dass es zuverlässige Telefonbücher und Gelbe Seiten
als sichere Informationsquelle dann nicht mehr geben wird. Die Verpflichtung des
Art. 5 Universal Service Richtlinie zur Bereitstellung solcher Verzeichnisse
hilft dann auch nicht mehr weiter.
Klar ist aber: Die neue Datenschutzrichtlinie ist unverzichtbar. Eine liberale
Informationsgesellschaft kann sich ohne effektiven Schutz persönlicher Daten
nicht entwickeln. E-Europe braucht Vertrauen. Aber muss man das Kind mit dem
Bade ausschütten und aus falsch verstandener Sorge vor Missbrauch diese
bewährten Informationswerkzeuge unserer Gesellschaft kaputt schützen? Ich meine
nein. Veröffentlichung von Name, Adresse und Telefonnummer gefährden die
Sicherheit des Teilnehmers im Netz nicht. Wünscht er dennoch einen darüber
hinausgehenden Schutz seiner Privatsphäre, steht ihm nach geltendem Recht ein
jederzeit auszuübendes Widerspruchsrecht zu, das kostenfrei sein muss.
Wenn E-Mail-Adressen und Mobilfunknummern auch weiterhin nicht automatisch,
sondern nur auf ausdrücklichen Wunsch veröffentlicht werden, ist Spamming
aufgrund von Telefonbuchdaten auch zukünftig unmöglich. Ich denke, wir müssen
Daten sinnvoll schützen, die bewährten Telefonverzeichnisse aber nicht sinnlos
opfern.
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